Private oder gesetzliche Krankenversicherung?

Seit dem 01.01.2009 besteht eine gesetzliche Pflicht, sich in einer Krankenversicherung zu versichern, egal, ob privat oder gesetzlich. Wer bis dato noch nicht versichert ist, muss Strafen zahlen. Innerhalb der ersten sechs Monate diesen Jahres ist eine Strafe in Höhe eines Monatsbeitrags zu zahlen, für jeden Monat, in dem man nicht versichert war, ab dem siebten Monat wird monatlich ein Sechstel des Beitrages als Strafe fällig, ist man nicht versichert. Umso mehr gewinnt also die Krankenversicherung hierzulande an Bedeutung. Doch ist nun die gesetzliche oder die private Absicherung sinnvoll und wer kann sich überhaupt wie versichern?

Grundsätzlich sind alle Arbeitnehmer, deren Einkommen unter der jährlich neu festgelegten Beitragsbemessungsgrenze liegt, in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen die Beiträge jeweils hälftig. Die Wahl der gesetzlichen Kasse ist dabei frei, durch die Einführung des einheitlichen Beitragssatzes bei allen gesetzlichen Kassen macht es jedoch aktuell kaum einen Unterschied, wo man sich versichert. Die Leistungen unterscheiden sich von Kasse zu Kasse kaum, etwa 90 bis 95 Prozent der Leistungen sind durch einen gesetzlichen Leistungskatalog vorgeschrieben und werden von allen Kassen gleichermaßen übernommen. Für die meisten Arbeitnehmer stellt sich die Frage, ob gesetzlich oder privat versichert, also gar nicht.

Wer jedoch ein Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze erzielt, der kann sich auch privat versichern. Gleiches gilt für Beamte, Selbstständige und Freiberufler. Die Vorteile der privaten Krankenversicherung sind dabei recht vielfältig, dennoch eignet sie sich nicht für Jedermann. Während sich die Beiträge in ihrer Höhe bei den gesetzlichen Kassen nach dem Einkommen des Versicherten berechnen, spielt dieses in der privaten Krankenversicherung keine Rolle. Hier sind Faktoren wie die eigene Krankheitsgeschichte, also Vorerkrankungen, das Geschlecht, das Alter und der gewünschte Leistungsumfang für die Höhe des Beitrages entscheidend.

So kann man in der privaten Krankenversicherung, kurz auch PKV, wählen, ob man einen sehr einfachen und günstigen Tarif wünscht, der nur die Grundabsicherung beinhaltet, oder zusätzliche Leistungen wünscht. Aber Vorsicht, ein regelmäßiges Bad im Jacuzzi wird auch der beste Tarif nicht übernehmen. Die Tarife unterscheiden sich vorrangig in Bezug auf den Zahnersatz, der zu unterschiedlich hohen Prozentsätzen erstattet werden kann und die Zahnbehandlung. Diese kann voll oder teilweise übernommen werden. Des Weiteren ist oftmals in den Tarifen die Brille mit eingeschlossen, die etwa einmal im Jahr oder alle zwei Jahre neu gekauft werden kann. Des Weiteren entscheidet man sich, ob man beim Arzt bevorzugt behandelt werden möchte, also einen höheren Satz für diesen zahlt oder eine einfache Behandlung ausreicht. Im Krankenhaus kann man zudem die Chefarztbehandlung mit einschließen oder die Verlegung in ein Einzelzimmer. Einige Tarife übernehmen dabei die stationäre Behandlung vollständig, bei anderen muss man sich hier ebenfalls selbst beteiligen. Zusätzlich wird bei der privaten Krankenversicherung eine Eigenbeteiligung erwartet, die in unterschiedlichen Höhen vereinbart werden kann.

Grundsätzlich gilt, je besser die Leistungen, desto höher die Beiträge. Je einfacher der Tarif, desto geringer auch die zu zahlenden Beiträge. Dabei wird genauso die Selbstbeteiligung eine Rolle spielen. Wird diese recht hoch vereinbart, sinken die Beiträge ebenfalls. Oftmals wird auch eine Beitragsrückerstattung möglich, wenn man im laufenden Jahr keine Leistungen der Kasse in Anspruch genommen hat.

Um einen Vertrag bei der privaten Krankenversicherung zu erhalten, muss man sich jedoch zunächst einer Gesundheitsprüfung unterziehen. Hier werden allgemeine Fragen zum aktuellen Gesundheitszustand und der Krankengeschichte gestellt, die in jedem Fall wahrheitsgemäß beantwortet werden müssen. Wer demnach ein erhöhtes Risiko hat, muss auch mit höheren Beiträgen in der PKV rechnen. Bei sehr gesunden und jungen Menschen sind die Beiträge jedoch recht gering. Für diese lohnt sich also die Versicherung in der privaten Krankenversicherung auf jeden Fall. Damit die Beiträge dann auch im Alter nicht explodieren, werden bereits von Anfang an Altersrückstellungen gebildet, die dafür sorgen, dass man mit ihnen die späteren unausweichlichen Erhöhungen der Beiträge abfedern kann.